Es gibt monsunbeeinflusst starke regionale Unterschiede innerhalb des Landes. Allgemein ist es von November bis März kühler und zwischen April und Juni heiß. Während des Monsuns ist es feuchtwarm. Im Norden, vor allem im Himalaya, sind die Winter extrem kalt, die Sommer in den Höhenlagen angenehm, in den Ebenen heiß mit Monsun von Juni bis September. In der Mitte Indiens sind die Sommer warm und die Winter kühl, der Monsunregen fällt zwischen Juli und September. Im Süden sind die Sommer heiß und die Winter mild. Während der Regenzeit von April bis Juli ist es schwül-warm.
Im Norden von Oktober bis März, Himalaya von April bis Juli, im Süden von Oktober bis Mitte Februar. In den übrigen Gebieten von November bis März.
Für alle Reisende, die aus einem akuten Gelbfiebergebiet kommen, ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Ausgenommen sind Kinder unter 9 Monaten. Gelbfieberimpfung kann verlangt werden, wenn man aus südafrikanischen Ländern einreist.
Wie Ärzte in Mumbai melden, sind durch verunreinigtes Wasser übertragbare Krankheiten wie Typhus und Gastroenteritis auf dem Vormarsch. Auf den Verzehr von Fruchtsäften, die am Straßenrand verkauft werden, sollte vorsorglich verzichtet und Trinkwasser abgekocht werden. Ärzte aus Gujarat melden mindestens 25 Typhus-Krankheitsfälle (darunter 12 Kinder) in Dhunvav. Eine offizielle Bestätigung durch die Gesundheitsbehörden steht noch aus. Fünf Infizierte werden klinisch behandelt. Als Grund für den Ausbruch wird verunreinigtes Trinkwasser durch eine ortsansässige Müllkippe genannt.
Aus Kerala werden 750 Denguefieber-Fälle mit 2 bestätigten Todesfällen und weiteren 12 Todesfällen mit Verdacht auf Denguefieber in der Hauptstadt Thiruvananthapuram gemeldet.
Vier Personen aus dem Distrikt Dibrugarh (Assam) sind an akuter Enzephalitis bzw. Japanischer Enzephalitis verstorben. 38 Infizierte werden klinisch behandelt. Aus Bihar wird ein weiterer Todesfall durch akute bzw. Japanische Enzephalitis gemeldet. Ein sechs Monate altes Kind ist Ende vergangener Woche verstorben.
Die Behörden melden einen Ausbruch von Cholera im Distrikt Wayanad (Kerala). Die Krankheit wurde offenbar durch Wanderarbeiter von Ingwerplantagen im Süden Karnatakas eingeschleppt. 18 Infizierte werden derzeit klinisch behandelt.
Ein Schüler aus Ahmedabad ist an dünnflüssigen Durchfällen verstorben. 63 weitere Kinder sind erkrankt, 25 davon werden klinisch behandelt. In einem Fall wurde Cholera labortechnisch bestätigt. Vermutlich wurden die Kinder durch Verzehr von verunreinigtem Trinkwasser infiziert.
Im Bundesstaat Tamil Nadu sind 4.634 Denguefieber-Fälle registriert. Mit 299 Krankheitsfällen ist der Distrikt Coimbatore betroffen.
Seit Beginn des Jahres wurden 117 Fälle von akuter Enzephalitis und Japanische Enzephalitis mit 38 Todesfällen in Uttar Pradesh (103 Krankheits- und 34 Todesfälle) und Bihar (14 Krankheits- und vier Todesfälle) registriert. Weiterhin wird ein betroffenen Patient aus Nepal in Gorakhpur (Uttar Pradesh) klinisch behandelt. Die Todesfallrate ist mit 33 Prozent deutlich höher als im Vorjahreszeitraum mit 26,9 Prozent.
Aus dem Bundesstaat Kerala werden mehr als 50 Denguefieber-Fälle im Distrikt Idukki gemeldet. Einer neuen Studie zur Verbreitung von Denguefieber zufolge, steht Indien mit bis zu 34 Prozent aller Krankheitsfälle (33 Millionen Krankheitsfälle und mehr als 100 Millionen geschätzte Infektionen ohne Symptome jährlich) an der Spitze der weltweit durch Denguefieber betroffenen Länder.
Seit Beginn des Jahres wurden 228 Fälle von akuter Enzephalitis mit 49 Todesfällen landesweit gemeldet, darunter sieben Fälle von Japanischer Enzephalitis (alle in West Bengal), wie die Behörden aktuell bestätigen.
Zwei Frauen im Alter von 45 und 55 Jahren sind in einer Klinik im Distrikt Madurai (Tamil Nadu) an Tollwut verstorben. Wie Verwandte der 45jährigen Frau berichten, wurde diese zwei Wochen zuvor von einem streunenden Hund gebissen. Nach Angaben der Klinikmitarbeiter sind in den vergangenen drei Monaten fünf Personen an Tollwut verstorben. Im gesamten vergangenen Jahr wurden 12 Todesfälle durch Tollwut registriert. Den Anstieg der Fallzahlen begründen die Behörden mit der Zunahme streunender Hunde und rufen dringend zur Impfung und Sterilisation der Tiere auf.
Aus dem Bundesstaat Kerala wird ein Todesfall durch Kala-Azar (Viscerale Leishmaniase) im Distrikt Kozhikode bestätigt. Die Krankheit wurde vermutlich durch Wanderarbeiter aus Bihar, Jharkhand und West Bengal eingeschleppt.
Ein 6jähriges Mädchen aus Margao (Goa) ist an Tollwut erkrankt und wird derzeit auf einer Isolierstation behandelt. Nach Angaben des Chefarztes wurde das Kind nach einem Hundebiss nicht angemessen postexpositionell behandelt.
Landesweit hohes Tollwutrisiko. Impfstoffe sind im Land zumeist nicht erhältlich, Immunglobuline zur postexpositionellen Behandlung ebenfalls nicht. Indien meldet jährlich ca. 20.000 Tollwut-Todesfälle! Vorbeugende Impfung bei absehbarem Risiko; auch Geimpfte müssen nach möglicher Exposition behandelt werden.
Risiko für Durchfallerkrankungen im gesamten Land. Cholerarisiko für Reisende gering, Endemieherde bestehen aber besonders an der Ostküste in Orissa und in den Slumvierteln von New Delhi.
Für alle Reisenden:
Tetanus
Diphtherie
Poliomyelitis
Hepatitis A
Tollwut
Für Reisende, die besonderen Risiken ausgesetzt sind:
Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten
Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen
Masern für alle Kinder
Tollwut (bei individuellem Risiko dringend empfohlen - z.B. bei direkten Tierkontakten oder für Kleinkinder / Impfstoff im Land nicht erhältlich)
Meningokokkenmeningitis
Japanische Enzephalitis (Risiko in allen ländlichen Gebieten - Impfempfehlung nach WHO: bei Übernacht-Aufenthalten von mindestens 2 Wochen, speziell in ländlichen Regionen)
Ein erhöhtes Infektionsrisiko ohne Impfmöglichkeit besteht u.a. für:
Darminfektionen, Denguefieber, Leishmaniasen, Filariosen
Für Reisende besteht ein hohes regionales Infektionsrisiko.
Ganzjähriges mittleres Risiko im ganzen Land in Höhenlagen unter 2000 m, inkl. Andamanen und Nicobaren. Erhöhtes Risiko von Juli - November in Chhattisgarh, Orissa, Jharkhand, Westbengalen und in den Bundesstaaten und Regionen östl. davon (Assam, Brahmaputra u.a.) Sehr geringes ganzjähriges Risiko in den Großstädten. Malariafrei sind die Höhenlagen über 2000 m von Himachal Pradesh, Jammu und Kaschmir, Sikkim, Arunchal Pradesh und die Lakkadiven Anteil von Plasmodium falciparum, dem Erreger der gefährlichen Malaria tropica, 50 - 60%.
In den aufgeführten Risikogebieten wird nur die Mitnahme von Atovaquon/Proguanil (Malarone®) oder Artemer/Lumefantrin (Riamet®) als Notfallmedikament empfohlen. Alternativ kommt Doxycyclin in Frage. Es wird von der WHO als Alternative empfohlen und weltweit seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Doxycyclin ist in Deutschland als Malariaprophylaxe nicht zugelassen. Eine Expositionsprophylaxe (z.B. Moskitonetz und Hautschutz) sollte in gefährdeten Gebieten immer durchgeführt werden (Bezugsquelle: www.tropenshop.de)
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