Checklisten vor der Reise

Flugthrombose

Was ist ein "Economy Class Syndrom"?
Aufgeschreckt durch Nachrichten, dass Reisende nach Langstreckenflügen an Thrombosen verstarben, machen sich viele Touristen Sorgen über das Risiko bei derartigen Flügen. Man nennt gesundheitliche Schäden, die durch die Enge der Sitzreihen in einem Flugzeug entstehen auch "Economy Class Syndrom". Statistiken deuten auch tatsächlich darauf hin, daß zum Beispiel Thrombosen in der "Bussiness Class", in der eine größere Beinfreiheit besteht, seltener auftreten. Insgesamt ist das Thromboserisiko bei Langstreckenflügen aber statistisch noch nicht sicher geklärt. Weitere Untersuchungen werden erwartet.

Was ist eine Thrombose?
Als Thrombus oder Thrombose wird ein Blutpfropf in einem Gefäß bezeichnet. Er tritt als Folge einer Venenerkrankung oder Venenverletzung auf. Die große Zahl der Patienten, die an chronischen Venenerkrankungen leiden unterstreicht die sozialmedizinische Bedeutung der Venenerkrankungen.

Schätzungen in Deutschland haben ergeben:

  • Mehr als 1,5 Millionen Patienten haben ein Unterschenkelgeschwür
  • Mehr als 20 Millionen Menschen leiden an Krampfadern
  • Mehr als 15 000 Patienten sterben als Folge einer Lungenembolie

Nicht jeder Mensch bekommt eine Thrombose. Tritt ein Venenverschluß auf, müssen Veränderungen im Organismus eingetreten sein.

Drei Faktoren führen allgemein zu einer Thrombose:

  • Verlangsamung der Blutströmungsgeschwindigkeit
  • Erhöhte Gerinnungsbereitschaft des Blutes
  • Gewäßwandschäden

Bei Flügen müssen sich die Reisende oft viele Stunden auf engstem Raum aufhalten. Die Bewegungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Dazu kommen spezifische Veränderungen in einem Flugzeug.

So beobachtet man bei einem Langstreckenflug folgenden Veränderungen:

  • Infolge der engen Sitzhaltung kommt es zu einem Abknicken der Beinvenen. Die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes nimmt ab oder kommt vorübergehend völlig zum Erliegen.
  • Durch einen niedrigeren Sauerstoffdruck im Flugzeug, der einer Höhe von ca. 2 400 m entspricht, kommt es zu Veränderungen der Blutgerinnung und zu einer Erweiterung der Venen. Dadurch nimmt die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes ab.
  • Die niedrige Luftfeuchtigkeit im Flugzeug führt zu einer Entwässerung des Körpers und zu einer Eindickung des Blutes. Das Fließverhalten verschlechtert sich, die Strömungsgeschwindigkeit nimmt ab.

Das Thromboserisiko ist vom persönlichen Risikoprofil abhängig. Bestimmte Vorerkrankungen, Lebensweisen und Medikamenteneinnahen können die Entstehung einer Thrombose begünstigen.

Das Thromboserisiko vergrößert sich:

  • Bei Übergewicht
  • Während und nach einer Schwangerschaft
  • Nach Operationen, besonders im Beckenbereich
  • Nach Verletzungen der Beine und Arme
  • Bei regelmäßigem Nikotin- und Alkoholmißbrauch
  • Während der Einnahme der Antibabypille
  • Bei einer Herzschwäche
  • Bei fortgeschrittener Blutzuckerkrankheit
  • Im Alter über 50 Jahre
  • Bei Ruhigstellungen z.B. durch Gipsverbände

Thrombosen finden sich besonders häufig in den Beinen, können aber auch im Beckenbereich oder in den Armen auftreten.

Was kann man vorbeugend gegen eine Flugthrombose unternehmen?

  • Regelmäßige Betätigung der Muskelpumpe durch Bewegung der Füße und der Beine
  • Ausreichende Trinkmenge zuführen (ca. 0,25 Liter pro Flugstunde)
  • Vermeidung von Alkohol, der entwässernd wirkt

und bei bestehenden Venenleiden nach Absprache mit einem Arzt zusätzlich:

  • Anlegen von Kompressionsstrümpfen
  • Anwendung blutverdünnender Medikamente

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